
Die heilsame Wirkung von Tieren erfolgt vor allen Dingen über die Psyche, darüber sind sich Psychologen und Verhaltensforscher seit langem einig.
Tiere besitzen eine innere Gelassenheit. Sie leben so, wie wir leben sollten oder gerne leben würden, sie leben im jetzt und heute und fragen nicht nach der Zukunft.
Ein Hund steht bedigungslos sein ganzes Leben lang zu seinem Menschen. Selbst dann ,wenn der Mensch ihn nicht gut behandelt. Die unverbrüchliche Treue und Liebe des Hundes ist legendär.
Wer sich eine Delfin-Therapie oder Reittherapie nicht leisten kann oder will, für den wäre es doch naheliegend, den besten Freund des Menschen zu konsultieren, den Hund ! Studien haben immer wieder gezeigt, dass Hunde auch die soziale Kompetenz von Kindern in einem erheblichen Masse steigern können.
Heute ist die tiergestützte Förderung bei Weitem keine Seltenheit mehr. Hunde werden zu therapheutischen Zwecken in Kliniken, an Schulen, in Altenheimen und in sozialen Einrichtungen eingesetzt.
Die Definition von Besuchshunden, Therapiehunden und Therapiebegleithunden wird noch unterschiedlich ausgelegt. Therpaiebegleithunde werden von professionellen Therapeuten gegen Bezahlung (Honorar) in der jeweiligen Therapie eingesetzt. Besuchshunde werden von ihren Besitzern unentgeltlich und freiwillig zu alten, kranken, dementen und behinderten Menschen, Erwachsene wie Kinder , gebracht. Wichtig ist, dass der Besuchshund die sozial-emotionalen Interaktionen begünstigt.
Viele Befürworter der Hundetherapie , fordern seit Jahren, dass auch Hunde ihren Menschen im Krankenhaus besuchen dürfen. Für einen schwer erkrankten Menschen kann es einen immensen Aufschwung geben, wenn er seinen Liebling im Arm halten und streicheln kann.
Durch den Kontakt mit dem Hund kann der erkrankte oder behinderte Mensch neue Impulse erfahren. Der Hund wirkt durch seinen Anblick, den Körperkontakt, der Kommunikation und der Interaktion fördernd auf den menschen. Dieses Phänomen ist der Schlüssel für den Erfolg eines tiergestützten-therapeutischen Einsatzes oder eines Hundebesuchsprogramms.
In Altenheimen kommen häufig Besuchshunde zum Einsatz. Die Heimleitungen sind voll des Lobes und der Bewunderung. Die alten, oft sehr einsamen Heimeinsassen, leben wieder auf, werden motiviert und können wieder lachen. Viele freuen sich von Tag zu Tag von Woche zu Woche auf "ihren" Hund und beginnen wieder aktiv und mit Freude am Leben teilzunehmen.
Dabei werden bei diesen Besuchen keinerlei therapeutische Maßnahmen eingesetzt. Es wird gespielt, geschmust, gebürstet, geredet und spazierengegangen. Das ist eigentlich schon alles - dabei ist das doch so viel. Gibt es so vielen Menschen doch wieder Auftrieb und Lebensfreude zurück.
Keine Frage, gerade der kommunikative, so sehr auf den Menschen fixierte Hund, ist als Therpiehund besonders geeignet. Fast jeder Hund liebt die Kontaktaufnahme und die Kommunikation mit Menschen. In der Regel ist es sehr leicht, einen Hund als Besuchshund zu konditionieren.
Selbst Therapeuten, die Hunde als Therpiehunde ausbilden lassen, sind voll des Lobes , ob der schnellen Auffassungsgabe. Die Ausbildung eines Therapiehundes dient nicht nur der inhaltlichen Gestaltung eines hundgestützten Einsatzes, sondern auch dem Schutz des Hundes.

Mein Hund hält mich gesund. Der Hund ist ein wahrer Therapeut für Körper und Seele. Sie müssen bei jedem Wetter spazieren gehen, sie haben eine hohe soziale Kompetenz, wenn Sie Hunde in Ihrer Familie integriert haben. Wie gut ein Hund der Psyche tut, davon wissen Hundebesitzer in epischer Breite zu berichten.
Ein Buch, welches ich an dieser Stelle gerne empfehle ist "Mein Hund hält mich gesund" von Gabriele Niepel.
Das soll aber nicht vom eigentlichen Thema: Therapiehunde , Hunde als Therapeuten, ablenken.
Therapiebegleithunde werden nicht nur spezifisich auf die Arbeit mit Patienten ausgebildet, sie müssen auch verkehrstauglich sein. Insofern werden die zukünftigen Co-Therapeuten in alltägliche Situationen gebracht und der Hundebesitzer ist gefordert, diese mit seinem Hund zu bewältigen.
Ein wichtiger Trainingsfaktor ist auch der Umgang mit Stress. Wie ist das Stressverhalten des Hundes ? Viele Hunde oder Hunderassen sind fast resistent gegen Stress-Situationen, andere lassen diese Situationen nicht kalt. All das muss bei der Ausbildung des Hundes zum professionellen Therapiehund berücksichtigt werden.
Hunde werden in über 90 Schulen in Deutschland als Therapeuten eingesetzt. Vor allen Dingen, Kindern mit Lernschwächen profitieren von den Lehrern auf vier Pfoten. Sie werden motiviert und lösen ihre Aufgaben besser.
Introvertiere und ängstliche Kinder treten häufiger aus ihrer Isolierung heraus , während hyperaktive und reizbare Kinder spürbar ruhiger werden, so ist das Fazit vieler Lehrer, die Schulhunde in ihren Klassen zum Einsatz bringen.
Die Tiere nehmen jedes Kind unvoreingenommen an, egal ob guter oder schlechter Schüler, Raufbold oder Einzelgänger. Die Kinder spüren, dass die Hunde keine besonderen Erwartungen an sie haben. Der Unterricht wird entspannter und aufmerksamer.
Die Schulhunde müssen natürlich besonders auf ihren Einsatz in Schulen vorbereitet werden. Sie dürfen weder knurren noch beißen, selbst wenn 20 Kinderhände gleichzeitig nach ihnen greifen, oder wenn irgendwo ein Stuhl umfällt.
Bei Autisten und Kinder mit Schul - und Bindungsängste hat mit sehr gute Resultate erzielen können. Der Hund wird auch im Unterricht thematisiert. Im Deutschunterricht werden Aufsätze zum Thema Hund geschrieben, im Mathe-Unterricht muss berechnet werden, wieviel der Hund pro Tag, pro Woche pro Monat frisst.

Die Ausbildung von Therapiehunden ist zeit- und kostenaufwendig. Die Ausbildung zum Alzheimer-patienten-Hund oder zum Blindenhund verschlingt im Schnitt zwischen 25.000 und 30.000 Euro.
Die Idee, Hunde zur Therapie von Demenzkranken einzusetzen, stammt aus den 'USA. Dort wurden bereits vor ca. 40 Jahren so gute Erfolge erzielt, dass man diese Methode auch vermehrt in Deutschland anwendete und anwendet. Demenzkranke, die nicht mehr sprachen oder nicht mehr kommunizieren wollten, lernten wieder sprechen. Alzheimer Patienten können sich auf ihren treuen Begleiter verlassen.
Der Hund macht nicht nur die Türen auf oder zu , holt die Zeitung und öffent den Kühlschrank, er kommt ganz besonders dann zum Einsatz und zur Geltung, wenn Geduld und Sanftmut gefragt sind.
Schlagen Demenz - oder Alzheimerkranke wild um sich und wären in klassischen Einrichtungen nur medikamentös wieder zu beruhigen, so schafft ein Therapiehund an dieser Stelle für eine Deeskalation zu sorgen. Der Hund hat eine ausgesprochen beruhigende Wirkung auf die Patienten. Weitaus besser als es ein Mensch vermöchte.
Fazit: Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass immer mehr Hunde ausgebildet werden und als Co-Therapeuten zum Einsatz gelangen.