
Besonders typisch für die Costa Blanca, wie überhaupt typisch für die ganze Comunidad Valenciana, sind die Reisgerichte. Reisgerichte gibt es trocken, halbrocken, mit Fisch, mit Meeresfrüchten, mit Huhn, mit kaninchen, mit Schweinefleisch, mit Gemüse, rein vegetarisch - in Hunderten von leckeren Variationen, die auch von Dorf zu Dorf variieren können.
Also nicht nur die auch dem schnellsten Jet-Set-Reisenden bekannte Paella. Die Paella war ursprünglich - wie der Eintopf - eine Art "Resteverwertung", wo von Fischabfällen bis zu Fleisch- und Gemüseresten, eingebettet in den billigen und nahrhaften Reis, alles Verwendung fand.
Nun, die Zeiten haben sich geändert, Meeresfrüchte sind nur noch selten "Abfall", der Fisch ist im Mittelmeer rar geworden und auch das einst so preiswerte Huhn ist nicht mehr so billig zu haben.
Einfache Paellas finden sich als Sättiger noch in den preiswerten Menüs als erster Gang, allerdings dominiert hier der Reis, ein Stück Huhn und die Schalen von Meeresgetier geben den fleischlichen bzw. maritimen Geschmack.
Im Unterschied zur Paella aus dem Landesinneren, die mit Kaninchen oder anderen Fleischsorten sowie trochenem Reis zubereitet wird, werden bei der Paella marinera Fisch und Muscheln verwendet.
Wenn Sie im Restaurant eine Paella bestellen, ist der folgende tip in jedem Falle nützlich: Eine gute Paella braucht mindestens vierzig Minuten Zubereitung. Wenn man Ihnen also eine Paella in zwanzig Munuten serviert, können Sie sicher sein, dass sie vorgekocht und nur noch der Reis hinzugefügt wurde. Das Ergebnis ist dann auch weit vom Geschmack und Qualität einer echten Paella entfernt und lediglich eine billige Nachahmung dieses vortrefflichen Reisgerichtes.
Es gibt noch eine Vielzahl anderer Hauptspeisen und bis zu einem gewissen Grad kann man die Küche der Küste, mit Fisch und Saisongemüse, von der des Landesinneren, mit Wildfleisch, Eintöpfen und kräftigen Brühen, gut unterscheiden.
Eine sehr bekannte Speise, das gazpacho andaluz, die kalte Gemüsesuppe, wird natürlich auch in den Restaurants an der Küste als gazpacho angeboten.
Im Landesinneren der Costa Blanca, in den Restaurants mit regionaler Küche, ist ein Gazpacho meist ein Wild-gulasch, das "in Soße" schwimmt.
Aus dem jüdischen und maurischen Erbe kommen die Süßspeisen, die zahlsen Gebäcke, Eissorten, glasierten Mandeln. Ein Erbe der Araber ist auch de turron, eine Art Nougattafel, die aus Mandeln und Honig hergestellt wird - besonders in Jjona.
Horchata und Vino
Die Horchata ist ein typisches Getränk für die Küste. Sie ist ein milchiges, süßes Erfrischungsgetränke, das aus Mandeln, reis oder ähnlichen Früchten, aber vor allem aus Erdmandeln, den Chufas, zubereitet wird. Das Rezept ist alt: Die Mauren führten es ein. Man erhält die Horchata vor allem in Cafeterias und Milchbars, den Horchaterias.
Alkohol ist bei den Alicantinern recht beliebt: 6 % ihres Haushaltsgeldes geben sie für berauschende getränke aus. Fast die gleiche Summe haben sie für Kultur und Unterricht übrig.
Laut Statistik zeichnen sich die Alicantiner übrigens durch einen anderen Rauschmittel-Rekord aus: Sie sind die stärksten Raucher Spaniens!
Aber das Klischee vom Südländer, der von Rotwein und Orangen lebt, hat äußerst wenig mit der Realität zu tun. Gerade bei den jüngeren ist das Weintrinken sehr zurückgegangen. Weintrinken, besonders den billigen Tafelwein, ohne etwas zu essen, ist fast schon verpönt. In den Bars, Pubs und Discos wird daher auch meistens Bier getrunken. Bleliebt sind Cubatas "harte Sachen" wie Whisky, Gin und Rum mit Cola, Fanta oder Tonic-Water.
Auch die in aller Welt bekannte sangria muss genannt werden. Sie ist eine erfrischende Mischung aus Rotwein, Zitrone, Cognac, etwas Orange oder Pfirsich, etwas Zucker und Zimt. Es gibt auch eine Sangria , die aus süßem Sprudel und Rotwein gemischt wird.
An der Costa Blanca gibt es zudem hervorragaende Weine. Zur Zeit kommen die wichtigsten Weine mit der Bezeichnung Origen Alicante (Herkunft Alicante) aus folgenden Landstrichen: Alt Vinalopo, Mija Vinalopo, Foia de Castella und Camp d Alcant.