An verschiedenen valencianischen Stränden haben Mitarbeiter des ökologischen Küteninstituts Exemplare der Portugiesischen Galeere gesichtet.
Ihre äußere Erscheinungsform ähnelt zwar einer Qualle, tatsächlich besteht sie jedoch aus einer Kolonie von voneinander abhängigen Polypen und gehört zur Familie Staatsquallen. Die Berührung mit einer Portugiesischen Galeere, eines der giftigsten Tiere der Welt, ist ausserordentlich schmerzhaft und gefährlich.
An den bis zu 50 Meter langen Tentakelschnüren sitzen bis zu 1.000 Nesselzellen pro Zentimeter, die ein Giftgemisch aus verschiedenen Eiweißen enthalten.
Dieses wirkt bei Hautkontakt direkt an den Nervenzellen, was einen allergischen Schock mit Atemstillstand und Herzversagen auslösen kann.
Quelle: Valencia - ab.
Warum wird die Quallenplage von Jahr zu Jahr grösser? Sicherlich trägt die Überfischung der Meere dazu bei, dass es an natürlichen Feinden, wie zum Beispiel dem Thunfisch oder dem Schwertfisch mangelt.
Auch Meeresschildröten, die pro ausgewachsenes Exemplar in einer Woche bis zu einer Tonne Quallen verspeisen können, sind im Mittelmeer stark dezimiert.
Weshalb in Malaga in einem Pilotprojekt die Karettschildkröte gezüchtet wird, um der Quallenplage auf natürliche Weise zu begegnen.
Ein weiterer Grund könnte der steigende Salzgehalt des Mittelmeeres sein, da aufgrund der langen Dürreperiode nur wenig Flusswasser in das küstennahe Meerwasser gelangte, sodass der Salzgehalt dort ähnlich hoch ist, wo sich die Quallen meist viel lieber aufhalten.
Nachfolgend finden Sie einige Quallenarten, die Ihnen im Mittelmeer begegnen könnten:
Leucht und Feuerqualle
Die Leucht - und Feuerqualle kommt sehr häufig in grossen Schwärmen auf dem offenen Meer vor. Sie durchläuft keine Polypenphase, sucht deshalb von sich aus nicht die Küstennähe. Leuchtquallen können bis zu zwei Jahren alt werden und pflanzen sich zweimal jährlich fort.
Die Leuchtquallen leuchten bei Gefahr gründlich -daher ihr Name.
Spiegeleiqualle
Die Spiegeleiqualle ist oft entlang der spanischen Küste zu sehen. Sie ist knapp unter der Wasseroberfläche auf dem offenen Meer wie auch in Küstennähe zu finden, die sie zu Fortpflanzungszwecken aufsucht. Sie kann sich aktiv fortbewegen und ist so relativ unabhängig von Meeresströmungen.
Kompassqualle
Die Kompassqualle kann einen Schirmdurchmesser von 30 Zentimetern erreichen. Den Namen hat sie wegen der braunen Streifen auf der Oberseite bekommen, die an die Gradeinteilung eines Kompaasses erinnern. Die Tentakel dieser Quallenart können eine Länge von zwei bis drei Metern erreichen. Sie sind mit tausenden giftigen Nesselkapseln bestückt.
Das Nesselgift kann auch beim Menschen starke, brennende Hautreizungen über einen Zeitraum von mehreren Tagen hervorrufen. Trotzdem zählt die Kompassqualle nicht zu den gefährlichen Quallenarten.
Lungenqualle
Die Lungenqualle auch Blumenkohlqualle genannt, ist eine der grössten Quallen im Mittelmeer. Ihr Schirm kann bis zu 90 Zentimeter Durchmesser erreichen. Sie ist von milchig-weißer Farbe, ihr Schrim hat einen blauen Rand.
Ihr Nesselgift führt zu Hautirritationen. Lang anhaltender Juckreiz, Rötungen und Brennen können die Folge sein. Schwere Verbrennungen kommen jedoch nicht vor.
Seewespe
Die Mittelmeer-Seewespe , auch Würfelqualle genant, ist eine der gefährlichsten 'Quallenarten des Mittelmeeres. Viele denken bei dem Namen Seewespe sofort an die "Sea-Wasp", die vor Australiens Küsten des Öfteren für Todesfälle sorgt. Doch die im Mittelmeer schwimmende Schwester ist nicht ganz so gefährlich. Mittlerweile findet man diese Art auch an den Küsten von Denia und Alicante.
Wer mit der Seewespe in Berührung kommt, wird eine außerst schmerzhafte Verletzung erleiden. Das Gift wirkt zellzerstörend, und der Betroffene wird sofort starke Schmerzen verspüren, die sich innerhalb von Minuten verstärken und oft über Stunden anhalten.
So schmerzhaft die Berührung mit der Seewespe auch ist, sie ist nicht tödlich. Lediglich für Allergiker kann Todesgefahr bestehen.
Ohrenqualle
Die Ohrenqualle ist sicherlich vielen Urlaubern bekannt, da sie auch häufig in der Nord- und Ostsee vorkommt. Die Ohrenqualle hat einen flach gewölbten Schirm, der ungefähr 20 bis 30 Zentimeter gross ist , mit vier ringförmigen Geschlechtsorganen in der Fare Braunrot und vier gardinenartig hängenden, bräunlichen Mundarmen. Sie ist für den Menschen völlig harmlos.
Segelqualle
Ebenfalls ungefährlich sind Segelquallen. Segelquallen kommen weltweit und tropischen und subtropischen Meeren vor, auch im westlichen Mittelmeer. Sie befinden sich auf der Wasseroberfläche der Hochsee treibend, da sie sich nicht aktiv fortbewegen können, sondern vom Wind abhängig sind. Deshalb werden sie bei Sturm auch oft in großer Zahl an die Strände gespült, wo sie anschließend verenden.